6 wichtige Aufgaben, die deine Wandfarben bei dir zu Hause übernehmen sollten

Gefühlt 99,999 % der Menschen, die die richtige Wandfarbe finden möchten, kümmern ausschließlich darum, wie gut die Farbe zu ihren Möbeln und dem Fußboden passt. Dabei kann Wandfarbe deutlich mehr. 6 wichtige Aufgaben, die eine Wandfarbe bei dir zu Hause übernehmen kann und soll, lernst du in diesem Beitrag kennen.

Aufgabe #1: Wandfarbe soll für ein angenehmes Raumdesign sorgen

Dieser Punkt spielt vor allem bei bunten Wandfarben eine wichtige Rolle. Es geht darum, eine oder mehrere Wände farblich auf die Dekogegenstände wie Vasen, Kissen etc. abzustimmen. Am einfachsten schaffst du das, indem du die Hauptfarbe deiner Dekogegenstände als Wandfarbe z. B. für eine Akzentwand oder einen Wandabschnitt verwendest.

passende Wandfarbe finden

Das muss nicht exakt die gleiche Farbe sein, aber eine Schattierung davon. Sehr gut wirken Hintergrundfarben ein paar Nuancen heller als die Dekofarbe.

Lerne meine Lieblingsgegenstände kennen:

Der Effekt: Setzen sich die Farben deiner Deko an den Wänden fort, entsteht ein harmonisches Ganzes. Der Raum wirkt, wie wenn sich ein Einrichtungsprofi stundenlang ein großartiges Einrichtungskonzept überlegt hätte. Dabei wurde nur auf ein einheitliches Farbbild geachtet.

Aufgabe #2: Wandfarbe soll die Grundhelligkeit im Raum verbessern

Wir Menschen brauchen Licht. Das wird uns jedes Jahr erneut bewusst, wenn wir uns nach der langen Herbst-Winter-Saison so sehr nach dem Frühling sehnen. Darum ist es wichtig, dass Wohnräume das ganze Jahr über so gut es geht mit Tageslicht versorgt werden.

Wie ein Raum mit natürlichem Licht verwöhnt wird, hängt davon ab, in welche Himmelsrichtung er ausgerichtet ist. Räume mit Fenstern Richtung Osten werden von Sonnenaufgang bis Mittag wunderbar mit Helligkeit versorgt. Südlich gelegene Räume kommen gleich anschließend, also ab Mittag bis Nachmittag, in den Genuss der Sonnenstrahlen. Später am Tag zieht die Sonne nach Westen und bleibt dort, bis sie am Abend untergeht. Im Norden lässt sie sich leider kaum blicken.

Entsprechend deiner Raumausrichtung kannst du den richtigen Farbton, also die Helligkeit deiner Wandfarbe auswählen und so für Licht in deinem Raum sorgen.

Die Einteilung in Winter-, Frühlings-, Sommer- und Herbstfarben kann dir beim Finden der für dich passenden Wandfarbe helfen:

Winterfarben Frühlingsfarben Sommerfarben Herbstfarben
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Kühle, helle Farben, die sehr viel Licht reflektieren und dadurch sehr gut dunklere Räume heller machen können . Zarte, helle Farben. Sie besitzen ebenfalls lichtreflektierende Eigenschaften, die mehr Helligkeit in dunkle Räume bringen. Kräftige, strahlende Farben, die kaum Licht reflektieren und deshalb nicht geeignet sind, die Lichtverhältnisse zu verbessern. Gedeckte, dunkle Farben. Sie verdunkeln Räume, weil sie sehr viel Licht aufnehmen aber keines reflektieren.

Aufgabe #3: Wandfarbe soll einen Raum je nach Bedarf kühlen oder wärmen

Ob du in einem Raum schwitzt oder fröstelst, hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, wie hoch du die Heizung eingestellt hast.

Jeder Raum ist mit einer „Eigentemperatur“ ausgestattet. Wie hoch diese ist, hängt wieder ganz davon ab, wie gut der Raum mit Sonnenlicht versorgt wird.

Nach Süden, Osten und Westen ausgerichtete Räume fühlen sich, je nachdem wann am Tag die Sonne vorbeischaut, wohlig warm an. Im Sommer vielleicht zu warm. Im Norden gelegene Räume werden von der Sonne vernachlässigt und vermitteln deshalb ein unterkühltes Raumgefühl. Was im Sommer vielleicht angenehm ist, im Winter jedoch nicht.

Farbe wirkt wie eine natürliche Heizung bzw. Klimaanlage. Einzig und allein über das Gefühl, das sie hervorruft.

Diese Farbtöne wärmen bzw. kühlen:

Winterfarben Frühlingsfarben Sommerfarben Herbstfarben
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Kühle, helle Farben, die spürbare Abkühlung bringen. Ideal für Südräume Zarte, helle Farben mit warmem Unterton. Gut geeignet für Nordräume. Kräftige, strahlende, Wärme spendende Farben. Perfekt für Nordräume. Gedeckte, dunkle Farben, die wärmen & verdunkeln. Deshalb nichts für Nordräume.

Aufgabe #4: Wandfarbe soll einen Raum großzügig wirken lassen

Besonders kleine Räume brauchen optisch mehr Größe und Weite. Schließlich möchte niemand das Gefühl haben, von den eigenen vier Wände eingeengt oder erdrückt zu werden. Je heller die Farbe an den Wänden, desto mehr treten sie in den Hintergrund und geben optisch mehr Raum frei.

Farbtöne, die Räume vergrößern bzw. verkleinern:

Winterfarben Frühlingsfarben Sommerfarben Herbstfarben
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Kühle, helle Farben, die kleinen Räumen gefühlt mehr Größe schenken. Zarte, helle Farben, die Räume optisch sehr gut öffnen können. Kräftige, strahlende Farben, ohne vergrößernde Wirkung. Gedeckte, dunkle Farben, die auf Räume optisch verkleinernd wirken.

Aufgabe #5: Wandfarbe soll einen Raum in die richtigen Proportionen bringen

Räume sind am harmonischsten geformt, wenn sie leicht rechteckig, fast quadratisch sind. Das nimmt das menschliche Auge als optimal wahr und deshalb fühlt es sich in solchen Zimmern beim Wohnen gut an.

In zu länglichen, fast schlauchartig angelegten Räumen kann die richtige Wandfarbe dabei helfen, die Proportionen ins Gleichgewicht zu bringen.

Dazu nimmt man für die eng beieinanderstehenden Farben hellere Töne – das weitet. Für die auseinanderliegenden Wände kann man die gleiche Farbe in einer dunkleren Schattierung nehmen. Das holt die Wände weiter in den Raum rein. Dieser Effekt funktioniert so ähnlich wie das Contouring beim Schminken.

Aufgabe #6: Wandfarbe soll die Möbel wertiger aussehen lassen

Wie gut ein Raum gefällt, welchen Eindruck er macht, hängt auch zu einem entscheidenden Teil von der Möblierung ab. Dabei kommt es nicht auf den Preis der Möbel an, sondern wie sie wirken.

Preiswert aussehende Möbel können durch die richtige Wandfarbe aufgewertet und teuer erscheinende Möbel durch die falsche abgewertet werden. Die Wand, vor der die Möbel stehen, färbt nämlich entscheidend auf sie ab.

Grelle, bunte Farben (Sommerfarben), aber auch sehr helle, kühle Farben mit viel Weißanteil (Winterfarben) wirken oft unnatürlich und lassen Möbel deshalb schnell billig aussehen.

Natürlich aussehende Farben beinhalten immer einen gewissen Schwarzanteil. Der ist in abgetönten Herbstfarben deutlich zu erkennen. Aber auch helle Pastellfarben, wie sie im Frühling vorkommen, tragen ihn in abgeschwächter Form in sich. Deshalb sind diese beiden Farbfamilien in der Lage Möbel wertiger aussehen zu lassen, als sie vielleicht sind.

Erstaunlich, was ein, zwei, drei Eimer der richtigen Wandfarbe alles können.

Wie sieht es mit deinen Wandfarben aus?

  • Sorgen deine Wandfarben für ein angenehmes Raumdesign?
  • Verbessern deine Wandfarbe die Grundhelligkeit in deinen Räumen?
  • Wirken sich deine Raumfarben positiv aufs Raumklima aus?
  • Machen deine Wandfarben deine Räume gefühlt größer?
  • Bringen deine Wandfarben deine Räume in Bestform?
  • Lassen deine Wandfarbe deine Möbel wertiger aussehen?

Falls du noch auf der Suche nach der passenden Wandfarbe bist:
Starte mit deiner Wunschfarbe für den jeweiligen Raum und kümmere dich dann um die passende Farbzusammensetzung.

Wie eine Farbe ihre Aufgaben im Raum erfüllen kann, hängt nämlich nicht so sehr von der Farbe selbst ab, sondern vom Ton. Also ob und wie viel Weiß- und Schwarzanteil sie in sich trägt. Alle übrigen Farbpigmente spielen eine Nebenrolle. Die Einteilung in Winter-, Frühlings-, Sommer- und Herbstfarben hilft dabei, ein Farbgespür zu entwickeln.

Am Sonntag verrate ich dir in meinem Newsletter, wie einfach du deine Wunsch-Wandfarben im richtigen Farbton finden kannst. Bis dann!

Machs dir schön!


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