Shabby Chic selber machen: Mit Vintage-Farbe

Wie du den Shabby Chic selber machen kannst, möchte ich dir heute verraten. Wobei ich vor allem eine ganz besondere Shabby-Farbe beschreiben werde, die dir, wie ich meine, das Aufarbeiten alter Möbel im Shabby-Look so einfach wie möglich macht.

Das Besondere an der Shabby-Farbe: Mit ihr kannst du nicht nur alte Holzmöbel shabby streichen. Auch Materialien wie Kunststoff, Glas und Furnier lassen sich sowohl im Innen- als auch Außenbereich damit shabby gestalten. Und: Selbst stark beanspruchte Oberflächen wie Tischplatten und Holzböden bekommen auf Wunsch einen chicen haltbaren Shabby-Style.


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Bevor es jedoch weiter um die Farbe geht, möchte ich dir die Merkmale des Shabby Chic näher vorstellen.

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Die typischen Shabby-Chic-Zeichen

Die Farbtöne

Shabby-Farbe orientiert sich fast ausnahmslos an Pastelltönen. Daher ist sie oft hell und macht auf Betrachter immer einen freundlichen Gesamteindruck.  Beispielfarbtöne: Off-White, Steingrau, Altrosa, Mintgrün, … aber auch Petrol, Ocker, Schlamm, …

Das Farbbild

Große Flächen bilden – anders als zum Beispiel bei Lacken üblich – kein glattes, homogenes Farbbild. Stattdessen wirken sie schön samtig, leicht griffig, strukturiert. Die Poren scheinen offen zu bleiben. Das Holz richtiggehend zu atmen.

Die Ecken & Kanten

Dann ist noch auffällig, dass beim Shabby-Chic besonders die Ecken und Kanten der Möbel nicht vollständig deckend sind. Der Untergrund blitzt gewollt hervor. Eben shabby im Sinne von alt und abgenutzt. Möbel mit Gebrauchsspuren – wie damals, als vor allem am Land Möbel aus Kostengründen über Jahrzehnte im Familienbesitz blieben und zur Auffrischung einfach überstrichen wurden.

Shabby Chic selber machen: Die passende Farbe

Meine Anforderungen an eine gute Shabby-Farbe:

  • Es muss verschiedene Farbtöne zur Auswahl geben.
  • Sie muss sich neben Holz auch auf anderen Oberflächen auftragen lassen.
  • Sie sollte auch auf stark beanspruchten Flächen lange haften können.
  • Sie muss sich auch von Anfängern leicht auftragen lassen.
  • Sie sollte so weit wie möglich umweltfreundlich sein.
  • Der Preis darf kein allzu großes Loch ins Haushaltsbudget reißen.

Ich habe mich umgesehen und umgehört und eine Farbe gefunden, die meinen Anforderungen in fast allen Punkten zu nahezu 100 % entspricht.

Sie heißt „Milchprotein-Pulver für Vintage Look“ (Anm.: Vintage gilt im Möbelbereich häufig als Synonym für Shabby Chic, der den lieblichen skandinavischen Landhausstil oder südenglischen Cottagelook darstellt. Wobei aber auch (Designer- und Kult-)Möbel und Deko aus den 20ern – 60ern so bezeichnet werden.) und stammt von The Crafty Bird.

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Das Besondere: Die Farbe ist nicht fix und fertig im Farbtopf erhältlich. Du bekommst ein Farbpulver auf Milchprotein-Basis, dass du vor dem Streichen in einer Schüssel 1:1 mit Wasser cremig anrührst.

Alte Vintage-Möbel selber streichen: So wird die Shabby-Farbe aufgetragen

Die Farbe kannst du mit einem Pinsel oder einer Farbrolle auf unbehandeltes, angeschliffenes Holz direkt auftragen. Mit einer im Mischverhältnis 1:1 angerührten Farbe bekommt dein Werkstück eine deckende Oberfläche mit den typisch samtigen Shabby-Zeichen. Wobei sie aufgerollt glatter wirkt als gepinselt.

Soll die Optik verwaschen oder fleckig wirken, achte darauf mehr Wasser als Farbpulver in deine Mischung zu rühren. Eine Streichprobe kannst du an einem Test-Holzstück oder an einer unsichtbaren Stelle deines Werkstücks machen.

Mit welchen Produkten du andere Oberflächen als Holz auf die Shabby-Farbe vorbereitest, erfährst du weiter unten im Text.

Jetzt möcht ich dir ein paar Farbtöne und Streichproben zeigen:

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Ein leicht gräulicher Weißton ist typisch shabby. Da es auf dem Herz nicht deckend aufgetragen wurde, schimmert noch der braune Holzuntergrund durch. Sieht toll auf Kommoden, Tischen, Stühlen, Bettrahmen, … aus. Tipp: Dir gefällt der transparente Effekt, aber deine Möbel haben keine braune Grundfarbe? Streich sie mit brauner Shabby-Farbe im Mischverhältnis 1:1 vor. Nach dem Trocknen kannst du sie – mit mehr Wasser als Farbpulver angerührt – weißgrau überstreichen.

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Auch mit Off-White lässt sich der Shabby Chic selber machen. Vor allem dann, wenn man die Pinselstriche am Möbel so gut gezogen sieht, wie auf diesem Herzen.

kreidefarbe für möbel grau

Steingrau ist der nächste typische Shabby-Ton.

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Petrolblau ist auch eine beliebte Vintage- oder Shabby-Farbe. Auf diesem Herzen siehst du ebenfalls wieder sehr gut die Struktur der Pinselstriche.

kreidefarbe für möbel blau grün

Etwas grünlicher kommt dieser Blauton zur Geltung.

vintage farbe für möbel braun

Der Braunton lässt sich nicht nur flächig verstreichen. Er ist auch die perfekte Zweitfarbe, wenn man Ecken und Kanten shabby betonen und auf den Flächen Akzente setzen will. Mit dieser Farbe kannst du die Illusion erzeugen, dass der Holzuntergrund stellenweise durchscheint.

Shabby Chic selber machen: Primer  & Überlack zum Vorbereiten und Haltbarmachen

Shabby-Farbe Primer

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Shabby-Farbe von The Crafty Bird haftet nur bzw. am besten direkt auf unbehandeltem, angerautem Holz. Alle anderen Untergründe wie Keramik, Metall, Glas, usw. brauchen einen Haftvermittler, der den Halt zwischen Materialoberfläche und der Shabby-Farbe herstellt. Der sogenannte Primer übernimmt diese Aufgabe.

Er wird mit einem Tuch oder einem Küchenpapier gleichmäßig auf die jeweilige staub- und fettfreie Oberfläche aufgetragen. Ist der Voranstrich getrocknet, kannst du die Milchprotein-Farbe aufpinseln.

Shabby-Überlack für den Innenbereich

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Der Mattlack schützt die Shabby-Farbe und macht sie haltbarer. Sodass sie sich auch auf Sitzflächen von Stühlen, Tischplatten oder Fußböden nicht abreibt. Er wird mit einem Pinsel gleichmäßig über die getrocknete Shabby-Farbe verteilt.

Shabby-Überlack für den Außenbereich

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Der Mattlack für den Außenbereich schützt die Shabby-Farbe vor starker Beanspruchung aber auch vor Nässe und Temperaturschwankungen. Aufgetragen wird er wie der Lack für den Innenbereich.

Shabby Finishing Wachs glänzend

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Das Finishing Wachs versiegelt die Shabby-Farbe und verleiht ihr einen leichten Schimmerglanz. Es wird mit einem Tuch oder Pinsel auf die Shabby-Farbe aufgebracht und nach dem Trocknen mit einem weiteren Tuch aufpoliert. (Anm.: Tischplatten und andere stark beanspruchte Oberflächen brauchen zusätzlichen Schutz in Form des Überlacks.)

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Mein Fazit:

Ich finde die Shabby-Farben von The Crafty Bird vor allem aus zwei Gründen unschlagbar gut. 1. Weil man neben Möbeln auch auf Fußböden oder Heizkörpern den Shabby Chic selber machen kann. Was einen gelungenen Shabby- bzw. Vintage-Look erst rundum abrundet. 2. Außerdem lassen sich die Farben nicht nur auf unbehandeltes Echtholz auftragen, sondern auch auf Furnier, Kunststoff, … Materialien, aus denen heutzutage die überwiegende Mehrheit aller im Haushalt befindlichen Möbel hergestellt wurden. Und die du ab jetzt nach Lust und Laune preiswert shabby steichen kannst.

Womit ich gleichzeitig bei dem aus meiner Sicht einzigen Minuspunkt der Shabby-Farben angekommen wäre. Das Farbpulver selbst besteht ausschließlich aus natürlichen Bestandteilen. Damit die Farbe an Oberflächen wie beispielsweise Kunststoff haften kann und haltbarer wird, ist der Einsatz von Chemie – wie in Primer und Überlack enthalten – erforderlich.

Mein Tipp dazu: Lies dir die Bestandteile der Lacke genau durch. Und entscheide in aller Ruhe, welche Oberflächen du streichen möchtest, ob sie wirklich stark beansprucht sind und ob ein Vor- und Schutzanstrich tatsächlich nötig ist.

Machs dir shabby schön!

Klick-Tipp: Sieh dir in einem Video an, wie einfach sich Möbel mit Kreidefarbe streichen lassen.

Fotos: design3000.de (11)

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Ich bin Texterin, Autorin und Bloggerin. Für Unternehmen aus der Möbel- & Einrichtungsbranche entwickle und verfasse ich Produktbeschreibungen, Newsletter, Servicetexte und viele andere Web- und Printbeiträge. Als diemoebelbloggerin veröffentliche ich seit 2012 die schönsten Wohngegenstände quer durch alle Epochen zum Kennenlernen und Nachshoppen.
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