Farbkonzepte: Mit einer Wandlasur zum Used-Look

Natürlich gealterte Wände haben eine Ausstrahlung, die ihresgleichen vergeblich sucht. Das Spiel zwischen Licht- und Schatteneffekten ist nämlich alles andere als eintönig oder monoton, sondern bringt zuverlässig Leben in einen Raum.

Und das sind die wichtigsten Zeichen der Zeit:
#1: Verschiedene Schattierungen einer Farbfamilie, die wie ausgebleicht wirken.
#2: Helle und dunklere Farbflächen, die fließend ineinander übergehen.
#3: Gedeckte Farben, die wie von einem leichten Grauschleier überzogen zu sein scheinen und stellenweise etwas vergilbt aussehen.


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Der Anstrich selbst besteht aus zwei Komponenten: Dem helleren Grundanstrich und einem dunkleren Lasurfinish. Lasuren sind sehr dünnflüssig (vergleichbar mit wässriger Tinte) – weshalb sie auch nicht komplett deckend sind.

Dort wo du die Lasur dicker aufträgst, werden die Flächen logischerweise dunkler ausfallen. Gestalte das Wandbild abwechslungsreich und wechsle die Hell-dunkel-Bereiche immer mal wieder ab. Vergiss nicht, an manchen Stellen komplett auf die Lasur zu verzichten und zwischendurch einfach den puren Grundanstrich sichtbar zu lassen.

Die Farbe für diesen Used-Effekt kannst du dir wie gewohnt im Baumarkt besorgen. Hast du einen bestimmten Farbton im Kopf, den es nicht fix und fertig zu kaufen gibt, kannst du ihn dir ganz nach deinen Vorstellungen zusammenmixen lassen. Zur besseren Orientierung habe ich dir ein paar Schattierungen zusammengestellt, die besonders ausdrucksstark sind.



Sehr gut kommt der Lasur-Anstrich in verschiedenen Grautönen zur Geltung.

Wandlasur: Grau in grau

Diese Wand wirkt wie frisch verputzt. Die hellen Bereiche scheinen schon getrocknet zu sein, während die dunkleren Stellen noch feucht sind. Toll für ein urbanes Wohngefühl und als Kulisse für Möbel im Industriestil.

Weiß mit Grauschleier

Früher verrußten in Wohnräumen stehende Holzöfen während der Heizperiode die Wände. Die Menschen waren mit diesem Grauschleier als Nebenprodukt alles andere als zufrieden und weißelten fast jeden Frühling neu. Heute sind in die Jahre gekommene Wände in. Weshalb inzwischen immer öfter über blütenweiße Wände ein zarter Grauton lasiert wird.

Tipp: Klick dich in die Kategorie Wandgestaltung weiter. Dort erfährst du, wie du mit anderen einfachen Maltechniken und bildschönen Fototapeten den Used-Look an deine Wände bringst.

Wandlasur: Graublaue Gewitterwolken

Für diese leicht abgewandelte Betonoptik im Used-Look habe ich die graue Grundfarbe mit einem Schuss Blau abgetönt. Erinnert mich lebhaft an einen bewölkten Himmel. Der kündigt zwar kein tolles Wetter an, kommt aber an der Wand umso besser zur Geltung.

Graubraune Melange

Diesmal habe ich unter das Grau einen Hauch Braun gemixt. Das Ergebnis ist eine warme Grauschattierung, die eine einmalig natürliche Ausstrahlung, so ähnlich wie eine Lehmwand, hat.

Schimmerndes Goldstück

Diese Schattierung ist mir eher zufällig passiert. Ich habe einfach das Mischverhältnis aus dem vorigen Beispiel umgedreht – also mehr Braun als Grau verwendet. Umsomehr hat mich das tolle Ergebnis überrascht. Auf eine Akzentwand gestrichen veredelt dieser Goldanstrich doch gleich jeden Raum.

Als Lasur aufgetragene Pastellfarben sehen so aus als wären sie schon seit den 1950ern an den Wänden. Ich kann dir diese Schattierungen in Kombination mit dem einen oder anderen Möbel oder Dekostück aus dieser Zeit einfach nur empfehlen. Wirkt absolut umwerfend!

Wandlasur: Großzügige Grünfläche

Der grüne Wandanstrich bringt alle Merkmale mit, um in die Jahre gekommen auszusehen. Nämlich ausgebleichte Flächen, dunkle Flecken und einen leichten Grauschleier, der sich über das Gesamtbild legt. Einfach nur toll!

Zartes Altrosa

Rosa gilt ebenfalls als eine typische Farbe der 1950er Jahre. Schön schattiert aufgetragen wird sogar dieser als mädchenhaft verschriene Farbton so richtig cool.

Wandlasur: Kühles Grauviolett

Das kühle Violett dieser Wand kommt speziell in sonnenverwöhnten Räumen, die sich schnell aufheizen, gut an. Es senkt die gefühlte Raumtemperatur und erspart dir eine Klimaanlage.

Schön vergilbt

Der Idealanstrich für Kleinwohnungen: Das strahlende Gelb öffnet einen Raum in alle Richtungen und schenkt dir optisch ein paar zusätzliche Quadratmeter.

Da der erste Pinselstrich immer der schwerste ist, habe ich noch drei brauchbare Malertipps für dich:

#1: Hol dir den nötigen Mut zur Wandfarbe.

#2: Aus dem Gedächtnis heraus streicht es sich schwer ein neues Muster nach. Nimm dir aus meinem Blog oder einem Magazin ein Vorbild, an dem du dich während deiner Arbeit orientieren kannst. So erhöhst du die Chancen, dass das Endergebnis so aussieht, wie du es dir in Gedanken ausgemalt hast.

#3: Hab keine Angst vor der weißen Wand, sondern übe ein wenig an einer Probestelle, die später ohnehin von einem Schrank oder einer Kommode verdeckt wird.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Klebst du lieber Tapetenbahnen, anstatt den Pinsel zu schwingen? Dann sind Sichtbeton-Tapeten genau wie für dich gemacht.


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Ich bin Texterin, Autorin und Bloggerin. Für Unternehmen aus der Möbel- & Einrichtungsbranche entwickle und verfasse ich Produktbeschreibungen, Newsletter, Servicetexte und viele andere Web- und Printbeiträge. Als diemoebelbloggerin veröffentliche ich seit 2012 die schönsten Wohngegenstände quer durch alle Epochen zum Kennenlernen und Nachshoppen.
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4 Kommentare

  1. Hallo 🙂
    Ich zwei Fragen bezüglich diesen used Look:
    Was für eine Lasur hast du benutzt?
    Wie hast du die Lasur aufgetragen?

    Vielen Dank im Voraus.

    LG
    Debora

    1. Hallo Debora,

      Hornbach hatte vor einiger Zeit Wandlasuren im Programm. Ob sie die noch führen, weiß ich leider nicht.

      Wenn du sie ausreichend mit Wasser verdünnst, kannst du aber auch aus jeder handelsüblichen Dispersionsfarbe ganz einfach selbst eine Wandlasur machen.

      Damit du siehst, wie du die Lasur effektvoll an die Wand bringst, habe ich zwei gut nachvollziehbare (englischsprachige) Video-Tutorials für dich herausgesucht. (Im Prinzip wird die Lasur auf die Wandfarbe gepinselt und mit einem Wischhandschuh verteilt.)

      Video1:
      youtube.com/watch?v=edxLm2OeD3A

      Video2:
      youtube.com/watch?v=SYe1H-kI_ys

      Viel Erfolg beim Nachmachen!

      Liebe Grüße 🙂
      diemoebelbloggerin

      Anmerkung: glaze = Lasur

  2. Hi,
    hab gerade die aktuelle Ausgabe der „Couch“ gekauft und eine wirklich tolle Wandgestaltung entdeckt (Seite 63).
    Darunter gibt’s den Hinweis, dass es die genaue Anleitung für diese Wand, auf Deiner Seite zu finden ist…..
    Bin zwar begeistert über all die guten Tips, kann aber diese Wand nirgendwo finden :-(.
    Kannst Du mir da weiterhelfen ?

    Ganz lieben Gruß Carol

    1. Hallo Carola,

      herzlich willkommen auf meinem Blog 🙂

      Im Moment bin ich ziemlich ratlos, welche Anleitung du meinst.

      Könntest du die Seite bzw. den Artikel einscannen oder fotografieren und mir per E-Mail (steht im Impressum) schicken? Ich helfe dir dann gerne weiter.

      Liebe Grüße und schönes Wochenende
      Sonja – diemoebelbloggerin

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